Kaufwissen

Steuern beim Hauskauf in Schweden

Günstig beim Kauf, gedeckelt im Besitz, ~22 % beim Verkauf — und die deutsche Seite über das Doppelbesteuerungsabkommen. Die Steuern in drei Phasen, ehrlich eingeordnet.

Steuern klingen nach Kleingedrucktem — beim Haus in Schweden entscheiden sie aber mit, ob die Rechnung aufgeht. Die gute Nachricht zuerst: Beim Kauf ist Schweden günstig. Die ehrliche zweite: Beim Verkauf greift der Staat zu, und als in Deutschland Steuerpflichtige:r bist du mit einer zweiten Steuerordnung verbunden. Hier der Überblick über die drei Phasen.

1,5 %beim Kauf ~0,75 %jährlich (gedeckelt) ~22 %auf Gewinn beim Verkauf
Steuern in drei Phasen: stämpelskatt beim Kauf, fastighetsavgift im Besitz, vinstskatt beim Verkauf — illustrativ, Stand 2026.

Phase 1 — beim Kauf: angenehm wenig

Es gibt keine Grunderwerbsteuer wie in Deutschland. Stattdessen fallen an:

  • Stempelsteuer (stämpelskatt): 1,5 % des Kaufpreises für Privatpersonen.
  • Grundbucheintrag (lagfart): rund 825 SEK (~72 €) feste Gebühr.
  • Finanzierst du über eine Hypothek, kommt auf neue Pfandbriefe (pantbrev) zusätzlich 2 % Stempelsteuer dazu — bei reinem Eigenkapital entfällt das.

Die kompletten Kaufnebenkosten stehen in »Was kostet ein Haus in Schweden?«.

Phase 2 — im Besitz: die jährliche Grundgebühr

Statt einer klassischen Grundsteuer zahlst du eine kommunale Grundgebühr (fastighetsavgift): rund 0,75 % des Einheitswerts (taxeringsvärde), aber gedeckelt — für Wohnhäuser 2026 bei höchstens 10.425 SEK (~965 €) im Jahr. Neu gebaute Häuser sind die ersten Jahre reduziert oder befreit. Planbar und im EU-Vergleich moderat.

Phase 3 — beim Verkauf: hier greift der Staat zu

Verkaufst du später mit Gewinn, fällt Kapitalgewinnsteuer an (kapitalvinstskatt) — für private Wohnimmobilien effektiv rund 22 % des Gewinns. Anders als eine selbstgenutzte Immobilie in manchen Ländern ist ein Ferienhaus in der Regel nicht steuerfrei. Wer also auf Wertzuwachs setzt, sollte diese 22 % von Anfang an einkalkulieren.

Das billige Haus, das du nach zehn Jahren mit ordentlichem Gewinn verkaufst, teilt diesen Gewinn mit dem Fiskus — in Schweden und, je nach Fall, anteilig auch im Blick des deutschen Finanzamts.

Die deutsche Seite: Doppelbesteuerungsabkommen

Eine Immobilie in Schweden bleibt steuerlich mit Deutschland verbunden. Nach dem Doppelbesteuerungsabkommen hat Schweden das vorrangige Besteuerungsrecht auf Mieteinnahmen und Verkaufsgewinne (Belegenheitsprinzip). In Deutschland werden diese Einkünfte meist freigestellt, erhöhen aber deinen Steuersatz auf das übrige Einkommen (Progressionsvorbehalt) — und gehören in die deutsche Erklärung, auch wenn in Schweden schon versteuert wurde.

Ehrlich gesagt: Hier endet der Ratgeber und beginnt die Beratung. Die Wechselwirkung zweier Steuersysteme ist nichts, was man nebenbei richtig macht — bei Vermietung oder Verkauf gehört ein:e Steuerberater:in mit Schweden-Erfahrung an den Tisch. Wer Vermietung oder Rendite plant, findet die ehrliche Einordnung im Überblick zum Hauskauf: »Haus in Schweden kaufen«.

Orientierung, keine Steuerberatung. Steuersätze und Regeln (Stand 2026) ändern sich und sind im Einzelfall verschieden.

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